Über den Mut des Weglassens
Unternehmen haben viel zu erzählen: über Produkte, Leistungen, Geschichte, Qualität, Werte, Mitarbeitende, Nachhaltigkeit, Innovationen, Projekte und Erfahrungen.
Und natürlich soll möglichst alles irgendwo vorkommen.
Das Ergebnis kennen wir: Websites, die alles sagen – aber wenig, was wirklich hängen bleibt. Social-Media-Posts, die richtig formuliert sind, aber niemanden zum Anhalten bringen. Kampagnen, bei denen man nach mehrmaligem Anschauen immer noch nicht weiß, worum es eigentlich geht.
Das Problem ist oft nicht zu wenig Content, sondern zu wenig Klarheit. Irgendwann muss jemand entscheiden:
- Das ist unsere Botschaft.
- Das ist unser Publikum.
- Das ist unser Ton.
- Dafür stehen wir.
Und genau hier wird Marketing unbequem.
Denn Positionierung bedeutet auch darüber zu entscheiden, wofür man nicht steht.
"In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister"
Lieber noch eine Variante. Noch ein Satz. Noch ein Bild. Noch eine Abstimmung. Noch ein anderer Kanal.
Und plötzlich versucht jeder Kanal, alles zu können: Aufmerksamkeit schaffen, informieren, überzeugen und direkt verkaufen.
Dabei hat jeder Kontaktpunkt seine eigene Aufgabe im Marketing-Funnel. Nicht jede Botschaft muss überall funktionieren – sie muss an der richtigen Stelle das Richtige auslösen.
Ich glaube deshalb: Eine gute Entscheidung, die umgesetzt wird, ist oft wertvoller als die perfekte Entscheidung, über die wochenlang diskutiert wird.
Und danach hinzuschauen: Was funktioniert? Was versteht unsere Zielgruppe, und was nicht? Was können wir besser machen?
Goethe hat es ziemlich treffend formuliert:
„In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.“
Genau das gilt für mich auch im Marketing: Reduktion bedeutet nicht, weniger zu können. Sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Mein persönliches Learning
Nach über zehn Jahren im Online-Marketing glaube ich deshalb immer weniger an die eine perfekte Kampagne. Ich glaube an gute Fragen und den Mut, Dinge auszuprobieren.
- Was interessiert Menschen wirklich?
- Was verstehen sie sofort?
- Was bringt sie zum Handeln?
- Und vor allem: Was können wir weglassen?
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